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Beobachtung von Exoplaneten

 

Die Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten im Jahre 1995 durch die Schweizer Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz elektrisierte die Öffentlichkeit und eröffnete die weltweite Jagd nach weiteren Exoplaneten. Zahlreiche erdgebundene Observatorien und Beobachtungssatelliten befassen sich gegenwärtig mit deren Suche und Erforschung - darunter auch einige Amateurastronomen und Privatobservatorien.

 

Für Nutzer des Sonnenturms Uecht ist die Beobachtung von Exoplaneten in mehrerer Hinsicht interessant:

  1. Die Beobachtungen sind kampagnenbasiert, d.h. sie benötigen nur wenige Stunden Teleskopzeit, kein jahrelanges Messprogramm
  2. Die Beobachtungen sind skalierbar, d.h. es bieten sich sowohl für kleine wie für grosse Instrumente Beobachtungsmöglichkeiten
  3. Die nötigen Auswertungsprogramme sind vorhanden
  4. International anerkannte Resultatedatenbanken existieren

Einer erfolgreichen Beobachtung von Exoplaneten am Instrumentarium des Sonnenturms Uecht steht daher eigentlich nichts im Wege!

 

Was bisher allerdings fehlt, ist eine webbasierte Bedienungsoberfläche, welche es interessierten Nutzern gestattet, mit dem vorhandenen Instrumentarium möglichst automatisch die zur späteren Auswertung notwendigen Rohdaten akquirieren zu können. Eine solche könnte jedoch mittels ACP und ACP Scheduler relativ "problemlos" bereitgestellt werden. Die Beobachtung von Exoplaneten bietet dem Sonnenturm Uecht daher die willkommene Gelegenheit, das vorhandene Instrumentarium zur Nachtbeobachtung auf die notwendige nächste Umsetzungsstufe anzuheben. Gleichzeitig können hiermit wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, welche sich auf das geplante grössere Equipment sowie auf die vorgesehenen Langzeitprogramme zur photometrischen Überwachung der Aktivität sonnenähnlicher Sterne übertragen lassen. Damit übernimmt der Sonnenturm Uecht innerhalb der Schweiz eine aktive Vorreiterrolle für ähnliche Projekte, welche allenfalls sogar im Rahmen möglicher Begleitprogramme für die geplante CHEOPS Mission der Universität Bern zur Charakterisierung von Exoplaneten von Nutzen sein könnten.

 

Wir haben uns daher entschlossen, im Jahr 2015 ein Pilotprojekt zur automatischen Transitbeobachtung von Exoplaneten durchzuführen. Die hierzu notwendigen ersten Schritte sind:

  • Ausrichten der neuen GM3000 HPS Montierung
  • Bedienung und Training von FocusMax zur automatischen Fokussierung
  • Bedienung und Training von PinPoint zur automatischen Objekterkennung
  • Webbasierte Fernbedienung des Nachtinstrumentariums des Sonnenturms Uecht via ACP
  • Erste versuchsweise Transitbeobachtungen bekannter Exoplaneten im Sommer 2015
  • Entwicklung einer automatischen Messsequenz für Transitbeobachtungen von Exoplaneten via ACPS
  • Bildvorverarbeitung und Photometrie mit MaxIm DL 6
  • Konstruktion der Lichtkurve mittels Ensemble- und Referenzsternmethode sowie Bestimmung der Transitparameter
  • Veröffentlichen der Ergebnisse

Ziele dieses Pilotprojekts sind:

  1. Die webbasierte Akquisition einer vorgegebenen Messsequenz ist operativ
  2. Erste erfolgreiche Transitbeobachtungen von Exoplaneten liegen vor

Bis Ende November des Jahres 2015 sollen die beiden Ziele erreicht sein.

 

Über den aktuellen Stand der Arbeiten wird unter Methoden und allenfalls unter Resultate berichtet.